Die Geschichte dieses Blogs

Und hier die lange Version der Geschichte meines Blogs:

Im Frühjahr 2025 machte ich mich auf den Weg, die Vereinigten Staaten noch einmal zu bereisen – jenes Land, das ich 1995 verlassen hatte, nach sechs Jahre als Washington-Korrespondent für deutsche Zeitungen.

Neugierig darauf, was mit Amerika im Laufe einer Generation geschehen war, fuhr ich sechs Wochen lang von Washington, D.C. nach Atlanta, Georgia – quer durch das amerikanische Hinterland, wo zwei von drei Wählerinnen und Wählern Präsident Trump ihre Stimme gegeben hatten.

Ich hatte die USA damals verlassen, als Forrest Gump den Oscar gewann, Jeff Bezos Amazon gründete, O.J. Simpson vor Gericht stand – und kurz darauf die Republikaner erstmals seit 40 Jahren die Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses errangen.

Und ich kehrte 2025 nach Amerika zurück, als Oppenheimer die Oscars gewonnen hatte, Black Lives Matter bereits Geschichte war, Jeff Bezos gemeinsam mit anderen Tech-Oligarchen an der zweiten Amtseinführung Donald Trumps teilnahm und der Kongress nun von einer radikalisierten republikanischen Partei dominiert wurde.

Wieder war ich hin- und hergerissen zwischen Bewunderung und Fassungslosigkeit – genau wie vor über 30 Jahren. Die Menschen, denen ich begegnete, waren dem Besucher und Beobachter gegenüber immer noch so freundlich und großzügig wie früher. Gleichzeitig waren sie skeptischer oder sogar misstrauischer geworden – sich für die Regierung entschuldigend oder ernüchtert, und nicht selten erfüllt von Groll, Rivalität und Angst. Noch immer stolze Amerikaner, aber besorgt, im Vergleich zur Vergangenheit und zu anderen Gruppen von Mitbürgern in eine Abwärtsspirale geraten zu sein.

Nach den Blogbeiträgen über meine Reise habe ich anschließend versucht, das Gesehene einzuordnen und vieles kommentiert, was ich seither von anderen Autoren gelesen habe. Mir fiel dabei auch auf, dass sich beim Schreiben über das Amerika Donald Trumps mitunter eine gewisse europäische Selbstzufriedenheit einschleicht. Wenn progressive Amerikaner heute ihren naiven Glauben an Sinclair Lewis’ Diktum „It can’t happen here“ bereuen, sollten wir Europäer – und besonders wir Deutschen – uns da nicht allzu sicher fühlen.

Deshalb habe ich meinen Blog erweitert und schreibe nun auch über andere Länder, die ich als Journalist bereist oder in denen ich in der Entwicklungzusammenarbeit tätig war – über Länder, in denen lokale Autokraten dieselbe vergiftete und gewaltgeladene Sprache verwenden, die uns heute im angeblich weiter entwickelten „Westen“ schockiert.

Ich hoffe, Sie bleiben meinem nun umbenannten Blog treu, haben Freude am Lesen – und empfehlen das kostenlose Abonnement gerne weiter.

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